Entwurfsplanung

Nach Abschluss der Grundlagenermittlung und Fertigstellung der Vorplanung, ist nun auch die Entwurfsplanung des Neubauprojekts Flugfeldklinikum abgeschlossen. Am 27. Juli 2020 hat der Kreistag dieser zugestimmt. 

Im Zuge der Entwurfsplanung liegt bereits eine detaillierte Darstellung des Gesamtentwurfes vor. Grundlage hierfür waren die Ergebnisse der Vorplanung. Die in der Vorplanung erarbeiteten Ideen und Grundrisse wurden gemeinsam mit den Planungsbeteiligten und den Nutzern weiter detailliert und ausgearbeitet.

Hierzu fanden im Rahmen der Entwurfsplanung wieder zahlreiche Nutzerabstimmungen statt. Während Nutzerbesprechungen in der CAVE des Fraunhofer IAO hatten die Nutzer die Gelegenheit, sich mit Hilfe von VR-Brillen in ausgewählten Räumen virtuell zu bewegen und festzustellen, ob die erarbeitete Ausstattung und Raumaufteilung für optimale Betriebsabläufe geeignet ist. In den Besprechungen mit den Architekten ging es in der Entwurfsplanung vor allem um die genaue Aufteilung der Räume. Außerdem fanden vertiefte Abstimmungen mit dem Medizintechnikplaner statt, bei denen die Ausstattung der Räume im Mittelpunkt stand. 

 

Detailliertes Modell macht Flugfeldklinikum erlebbar

Die Ergebnisse der Nutzerabstimmungen lassen sich auch im aktuellen Stand des BIM-Modells wiederfinden. Die Detailtiefe des Modells hat dabei im Vergleich zur Vorplanung deutlich zugenommen. Die nach der Vorplanung vorliegenden Grundrisse wurden weiter konkretisiert und verfeinert. Ziel der Entwurfsplanung ist es, die räumliche Situation und die Technikkomponenten so abzustimmen und zu fixieren, dass eine Baubarkeit nachgewiesen ist.

Die beiden Filme aus dem virtuellen BIM-Modell machen große Teile des Neubaus Flugfeldklinikum schon jetzt erlebbar. So ist der von Grün geprägte Außenraum des Klinikums bereits deutlich zu erkennen. Dieser zeichnet sich durch mehrere bepflanzte Innenhöfen und Dachgärten aus und soll den Patienten, Mitarbeitern und Anwohnern später ein erholsames Umfeld bieten. In Bezug auf die städtebauliche Einbindung lassen sich außerdem erste zentrale Merkmale des Vorplatzes ausmachen, wie beispielsweise die markanten Sonnenschirme oder die verglaste Eingangshalle.

Im Modell lassen sich auch im Inneren des Flugfeldklinikums bereits Details wie Türen, Einrichtungsgegenstände oder medizinische Gerätschaften erkennen.

Auffällig ist die zeitlose, zurückhaltende und zugleich moderne Gestaltungssprache sowie der großzügige Eingangsbereich mit Anmeldung und Cafeteria. Ergänzende Akzentfarben dienen einer nachvollziehbaren Ordnung und Orientierung. Auch die Detaillierung der verschiedenen Funktionsbereiche ist vorangeschritten. Das Modell zeigt sowohl in den Ambulanzen als auch in der zentralen Notfallaufnahme maßstabsgetreue Räumlichkeiten, die bereits mit Licht- und Stromschaltern sowie medizinischen Gerätschaften ausgestattet sind. Bei der Entwurfsplanung wurde ein großes Augenmerk auf technisch adäquat ausgestattete Räume gelegt, die für moderne medizintechnische Apparate wie beispielsweise neue Diagnosegeräte geeignet sind.

Beschreibung der Entwurfsplanung

Das Flugfeldklinikum gliedert sich in einen Nordbaukörper und einen Südbaukörper, die mit einer Magistrale (ehem. Elly-Beinhorn-Straße) verbunden werden.

Der Nordbaukörper mit 5 oberirdischen Geschossen ist unterteilt in 3 Blöcke mit H-förmigem Grundriss, die in den oberen Geschossen die Pflegestationen aufnehmen und in Erdgeschoss und 1. Obergeschoss die Ambulanzen sowie die intensivmedizinischen Einrichtungen beherbergt. Der Südbaukörper erhebt sich mit 3 im Westen bzw. 4 oberirdischen Geschossen im Osten und nimmt in Erdgeschoss und 1. Obergeschoss die Notfallaufnahme, die Radiologie, sowie die OP-Bereiche auf. Darüber befinden sich die Technikbereiche und die Räume der Bereiche der Verwaltungen und der Personalverpflegung. Oberhalb der Technikflächen ist in Höhe des 5. OG der Hubschrauber-Landeplatz angeordnet.

Die Magistrale in Flucht der Elly-Beinhorn-Straße zeigt sich als komplett verglaster Baukörper, der sinnhaft eine Fortsetzung des Straßenraumes darstellt und intern die Hauptverteilungsachse formuliert.
Westlich des Südbaukörpers liegt in das Gelände eingelassen der Wirtschaftshof, der über eine Rampenanlage aus westlicher Richtung erschlossen wird. Die Versorgung des Klinikums erfolgt sinngemäß über die Lager- und Technikflächen im Untergeschoss. Nochmals weiter westlich erhebt sich das Parkhaus West, das von der Elly-Beinhorn-Straße und der Calwer Straße erschlossen wird. Im Baukörper können auf 19 Parkebenen im Split-Level-System die Mitarbeiter des Klinikums ihre Kraftfahrzeuge und Fahrräder abstellen.

Im Inneren des Flugfeldklinikums befinden sich entlang der Magistrale die Betten- und Personenaufzüge, die jeweils als Doppelaufzugsanlage ausgebildet sind. Die Personenaufzüge können von den Besuchern direkt aus der Magistrale erreicht werden, während die Bettenaufzüge im Erdgeschoss von den parallel laufenden halböffentlichen „Bettenfluren“ erschlossen werden. Die horizontale Erschließung erfolgt in sämtlichen Geschossen über die parallel zur Magistrale verlaufenden Bettenflure, von denen die Stationsflure in Nord-Süd-Richtung anbinden und in die Tiefe der einzelnen Fachbereiche führen. Im Nordbaukörper können durch den H-förmigen Grundriss die 3 Blöcke zusätzlich intern erschlossen werden. Durch den jeweiligen H-förmigen Grundriss bilden sich interne Höfe. Diese Innenhöfe reichen bis in das Erdgeschoss, in Teilbereichen bis zum Untergeschoss, und versorgen die Aufenthaltsräume mit Tageslicht.

Gliederung der Funktionsbereiche, geschossweise:
Nordbaukörper

  • 5.OG Technikebene (Nordbaukörper)
  • 4.OG Pflegegeschoss, Normalpflege und Wahlleistung
  • 3.OG Pflegegeschoss, Normalpflege
  • 2.OG Pflegegeschoss, Normalpflege
  • 1.OG Intensivmedizinische Einrichtungen, Entbindung
  • EG Ambulanzen, Tageskliniken

Südbaukörper

  • 6.OG Hubschrauber-Landeplatz (Südbaukörper)
  • 3.OG Verwaltung, Personalverpflegung, Gebäudetechnik
  • 2.OG Verwaltung, Gebäudetechnik
  • 1.OG OP-Bereiche, Labore
  • EG Radiologie, Zentrale Notaufnahme, Pathologie

 

Kosten

Mit dem aktuellen Stand der Entwurfsplanung  ist nun auch eine genauere Kostenermittlung im Vergleich zur Vorplanung im Sommer 2018 möglich.

Die auf Basis der Entwurfsplanung von den Planern erstellte und der Projektsteuerung geprüfte Kostenberechnung (Stand Juni 2020, Preisbasis Mai 2020) sieht Kosten für den Neubau Flugfeldklinikum von 496,75 Mio. € vor. Darin enthalten sind sowohl das Klinikgebäude mit Einrichtung und Ausstattung, als auch die Außenanlagen, die Baufeldfreimachung, die Baugrube, das Parkhaus West und der Hubschrauberlandeplatz. 

Das Gesamtprojektbudget für den Neubau Flugfeldklinikum im Wirtschaftsplan des Landkreises beträgt ca. 573 Mio. €. Hochpunkt und Parkhaus auf dem im Osten angrenzenden Grundstück sind ein eigenständiges Projekt, für das eine erste grobe Kostenschätzung über ca. 55 Mio. € vorliegt.

 

 

Projektfilm zur Entwurfsplanung

 

 

Nächste Schritte

Im nächsten Schritt folgen die Genehmigungsplanung und die Ausführungsplanung. Wichtiger Bestandteil der Ausführungsplanung ist die Ausarbeitung aller Details, die für die Vergabe der einzelnen Gewerke, wie z.B. den Rohbau, erforderlich sind. Im BIM-Modell wird der geometrische Detailgrad weiter vertieft. Dazu zählt unteranderem die Integration von Hilfskonstruktionen und Befestigungen für Leitungen und Rohre, um Kollisionsfreiheit zu gewährleisten. Auch Volumen und Maße der technischen Geräte sowie die Verortung von Anschlüssen werden in das Modell integriert. Neben dem geometrischen Detailgrad nimmt auch die Informationsdichte zu. Die einzelnen Elemente im Modell werden mit Attributen und Textbeschreibungen hinterlegt, die für die Ausführung unabdingbar sind. Dazu zählen beispielsweise Angaben zu Bodenmaterialen oder Hygienevorschriften.

Der Beginn des Voraushubs der Baugrube ist für August 2020 geplant. Die dafür notwendige Teilbaugenehmigung wurde durch das Baurechts- und Bauverwaltungsamt Böblingen am 26. Juni 2020 erteilt. Die bauliche Fertigstellung des Neubaus Flugfeldklinikum ist für Mai 2025 geplant. Der Betrieb kann voraussichtlich im November 2025 aufgenommen werden.