Ergebnisse der Vorplanung

Für den Neubau Flugfeldklinikum liegt nun das Ergebnis der Vorplanungsphase vor. In der Vorplanung werden die grundsätzlichen Anforderungen an das Bauvorhaben herausgearbeitet und die Aufgabenstellung definiert. Dabei werden funktionale, städtebauliche und gestalterische Aspekte geklärt. Als Ergebnis dieser Planungsphase liegen Grobflächenlayouts sowie raumscharfe Grundrisse vor.

Grundlage für die Grobflächenlayouts waren das bereits abgestimmte Funktions- und Raumprogramm und die Ergebnisse des städtebaulichen Ideenwettbewerbs. Daraus entwickelten sich konkrete Grundrisse. Diese wurden ab November 2017 mit den zukünftigen Nutzern des neuen Klinikgebäudes abgestimmt. In rund 70 Treffen mit annähernd 400 Ärzten, Pflegekräften und Mitarbeitern der Versorgungsbereiche diskutierten die Planer verschiedene Varianten der einzelnen Gebäudeteile. Die Abstimmungsrunden mit den Nutzergruppen zeigten, welche medizinischen Einheiten räumlich miteinander verknüpft werden sollten, um optimale Arbeitsabläufe sicherzustellen. Außerdem wurden so die Anforderungen an die Ausstattung, wie Medizintechnik oder digitale Infrastruktur, weiterentwickelt.

Die erarbeiteten Grundrisse liegen nun im Maßstab 1:200 vor. Die Entwürfe der Vorplanung zeigen, dass das Flugfeldklinikum nicht nur seine funktionalen Anforderungen bestens erfüllen kann, sondern sich gleichermaßen auch städtebaulich in das Flugfeldareal einfügt und für die künftigen Patienten, Klinikbeschäftigte, Nachbarn, Bürger und Besucher ein attraktives Umfeld schafft.

Nach der einstimmigen Genehmigung des Planungs- und Bauausschusses des Kreistags am 18. Juni 2018, folgt auf Basis der Ergebnisse der Vorplanung die nächste Phase – die Entwurfsplanung. In der Entwurfsplanung werden erneut Ärzte, Pflegekräfte sowie Mitarbeiter der Versorgungsbereiche und der Verwaltung einbezogen. Die jetzt vorliegenden Grundrisse werden weiter konkretisiert und verfeinert. Es folgt die Erarbeitung von Details, wie z.B. die Ausstattung der verschiedenen Bereiche und einzelnen Räume. Auch wird der Austausch mit Menschen mit Behinderung fortgesetzt, um deren spezielle Anforderungen in der Detaillierung der Entwürfe berücksichtigen zu können. Zum Ende der Entwurfsplanung liegen Entwürfe im Maßstab 1:100 vor. Dann können auch die Kosten für den Neubau Flugfeldklinikum konkret berechnet werden.

Das Gesicht des Flugfeldklinikums

Mit Abschluss der Vorplanung nimmt das zukünftige Flugfeldklinikum erstmals Gestalt an. Die Vorplanung setzt auf dem Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs und dem daraus entwickelten städtebaulichen „Footprint" auf.

 

Der Haupteingang mit seinem vorgelagerten, gut einsehbaren Stadtplatz wird der Innenstadt zugewandt im Osten angeordnet und bildet den Auftakt des Klinikums. Als zusätzlicher identitätsstiftender Baustein bildet die eigenständige Einheit des Eltern-Kind-Zentrums das Gesicht zur Grünen Mitte und unterstützt diesen Auftakt.

Weiter wird das Gebäude funktional und formal in einen Nordbaukörper und einen Südbaukörper gegliedert. Als zentrales Element fungiert die Magistrale in Verlängerung der Elly-Beinhorn-Straße. So wird der städtebauliche Charakter des Straßenverlaufs innerhalb des Gebäudes fortgesetzt. Der große Gebäudekomplex des Nordbaukörpers wird kammartig über mehrere Gebäudefugen mit der Grünen Mitte und dem Langen See verzahnt. Dadurch entsteht eine fingerförmig strukturierte Nordseite des Gebäudes mit alternierenden Höhenstaffelungen in den Fugen. Zusammen mit einem gläsernen Verbindungssteg erhält das Klinikgebäude eine spannungsreiche Gliederung.

Im Inneren wird das Gebäude konsequent nach medizinischen und patientenorientierten Kriterien funktional gegliedert. Ein großzügiges, zweigeschossiges Foyer setzt den Stadt-platz im Inneren fort. Es lenkt die Patienten und Besucher in die Magistrale ein. In dem der Calwer Straße zugewandten Südbaukörper werden sämtliche zentralen Funktionsbereiche angeordnet. Im Erdgeschoss bilden die Zentrale Notaufnahme als erste Anlaufstelle und die direkt angeschlossene Radiologie eine sinnhafte medizinische Einheit. Direkt darüber liegt der zentrale Operationsbereich. Im Nordbaukörper entwickeln sich im Erdgeschoss die verschiedenen medizinischen Fachbereiche. Diese sind entlang der Magistrale zugänglich.

Im ersten Obergeschoss werden alle intensivmedizinischen Bereiche verortet. In den darüber liegenden Ebenen orientieren sich die Pflegestationen nördlich der Magistrale ausschließlich in Richtung der Grünen Mitte. Im Untergeschoss sind neben den Logistikflächen weitere Versorgungseinrichtungen untergebracht.

Die Gebäudestruktur verknüpft alle medizinischen Disziplinen ideal und schafft den Nutzern möglichst kurze Wege in einem attraktiven Arbeitsumfeld. Indem funktional zusammengehörige Bereiche wie die zentrale Notaufnahme und Aufnahmestation oder Linksherzkatheter- und der OP-Bereich auf einer Ebene direkt nebeneinander angeordnet sind, sind optimale betriebliche Abläufe möglich.

Für die Patienten sind alle Pflegezimmer als Ein- und Zweibettzimmer konzipiert. In der Geburtsklinik im Flugfeldklinikum wird es außerdem mehr Familienzimmer und größere Zimmer in der Kinderklinik geben, um Eltern besser unterbringen zu können. Außerdem wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Planung für zukünftige Entwicklungen angepasst werden kann und Bereiche ggf. flexibel umgenutzt werden können. Daher wurden beispielsweise alle Ambulanzen im Erdgeschoss in sogenannte Cluster zusammengefasst.

Durch die Gliederung des Gebäudekomplexes entstehen verschiedene Innenhöfe und Dachgärten auf unterschiedlichen Stockwerkniveaus. Die Vorplanung sieht vor, einen von Grün geprägten Außenraum des Klinikums zu schaffen. Kleinere Aufenthaltsinseln werden so zu Rückzugsräumen, die persönliche Gespräche möglich machen.

Kosten

Mit der vorliegenden Planung ist nun auch eine genauere Kostenschätzung im Vergleich zur Projektanalyse 2015 möglich.

Demnach zeigt die von den Architekten und Fachplanern erstellte Kostenschätzung ein Investitionsvolumen in Höhe von ca. 550 Mio. € für das Flugfeldklinikum auf. Darin sind alle Kosten für das Flugfeldklinikum von Grundstück, Erschließung über Einrichtung und Ausstattung bis hin zum Umzug enthalten.

Auch enthalten sind die Kostenanteile für das Parken und die Bereiche des Funktions- und Raumprogramms (wie Verwaltung und Akademie), die auf dem benachbarten Grundstück geplant werden, sowie anteilig die Grundstückskosten für dieses Baufeld.

Im Vergleich zum erwarteten Kostenrahmen aus der Projektanalyse 2015 können sich demnach Zusatzkosten in Höhe von ca. 100 Mio. € ergeben.

Davon entfallen bis zu 70 Mio. € auf prognostizierte zusätzliche Baupreissteigerungen bis zum Ausführungsschwerpunkt. Aufgrund des bundesweiten Baubooms ist aktuell die gesamte Baubranche von enormen Preissteigerungen betroffen. Diese fallen ebenso für andere geplante Bauvorhaben im Landkreis an (wie z.B. für die Baumaßnahmen der Kliniken in Leonberg und Herrenberg). Auf sie haben weder Planer noch Bauherr Einfluss.

Die verbleibenden rund 30 Mio. € ergeben sich durch die Weiterentwicklung und Detaillierung der Planung und damit einhergehenden Veränderungen.
Diese Zusatzkosten entstehen u.a. durch folgende erforderliche Zusatzmaßnahmen:

  • 400 zusätzliche Parkplätze,
  • weitere Investitionen in eine moderne Medizintechnik,
  • weitere Investitionen in die digitale Infrastruktur,
  • Auslagerung von Flächen, wie der Verwaltung und Akademie, auf das benachbarte Grundstück, um noch mehr Spielraum für medizinische Entwicklungen im Hauptgebäude zu erhalten,
  • Umfeldmaßnahmen außerhalb des eigentlichen Grundstücks, 
  • vertiefte Erkenntnisse zur Entsorgung/Deponieklassen.

 

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