Der Weg zum Flugfeldklinikum

Vor dem Hintergrund des hohen Sanierungsbedarfes der Krankenhäuser in Sindelfingen und Böblingen, wurden 2011/2012 in einem Gutachten verschiedene Alternativen untersucht, wie man die beiden Standorte betrieblich und baulich weiterentwickeln kann. Der Neubau auf dem Flugfeld mit ca. 700 Betten war von allen vier untersuchten Varianten sowohl die ökonomischste als auch medizinisch sinnvollste Option.

Der Weiterbetrieb der beiden Krankenhäuser in der jetzigen Form hat sich in dem Gutachten als die schlechteste Alternative herausgestellt: Allein um die beiden Häuser bis ins Jahr 2020 betriebssicher und auf dem Status Quo zu erhalten, wären laut der Bestandsaufnahme über 90 Millionen Euro nötig – wohlgemerkt ohne das medizinische Leistungsspektrum zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Außerdem müssten weiterhin teure Doppelstrukturen vorgehalten werden.

Auch die Konzentration des medizinischen Leistungsangebots an einem der beiden bestehenden Standorte wurde von den Gutachtern geprüft. Bei dieser Variante müssten die Krankenhäuser jedoch über 17 bzw. 19 Jahre im laufenden Betrieb saniert werden, was folglich eine erhebliche Beeinträchtigung für Besucher und Patienten mit sich bringen würde.

Die Berechnungen der Gutachter haben schließlich gezeigt, dass der Neubau auch wirtschaftlich die einzig sinnvolle Variante ist. Denn die Berechnungen der Gutachter haben ergeben, dass weder die Sanierung beider Häuser noch die Zusammenlegung an einem der bestehenden Standorte jemals den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen würde. Der Weiterbetrieb der beiden Standorte in der jetzigen Form würde in den kommenden fünfzig Jahren aufgerechnet mit einem Defizit von knapp einer halben Milliarde Euro zu Buche schlagen. Bei einer Zusammenlegung an einem der jetzigen Standorte wären laut Gutachten von 2012 Kosten in Höhe von rund 360 Mio Euro (am Standort Sindelfingen) bzw. 300 Mio Euro (am Standort Böblingen) für die Baumaßnahmen notwendig. Und darin sind die bisher eingetretenen und noch zu erwartenden Baupreissteigerungen noch nicht eingerechnet. Hinzu kommt: das Land fördert Sanierungen im Altbestand oder Teilneubauten mit 15 bis 20 Prozent deutlich geringer als Klinikneubauten. Für das Flugfeldklinikum hat der Landkreis Böblingen im Dezember 2021 den Förderbescheid über 226 Mio € vom Land Baden-Württemberg erhalten.

Standort Flugfeld

Durch die zentrale Lage zwischen Böblingen und Sindelfingen ist das Flugfeld ein idealer Standort für den Klinikneubau, um eine wohnortnahe Versorgung für die Menschen im Landkreis zu garantieren. Die gute Anbindung an das Straßennetz und die direkte Nähe zum Bahnhof Böblingen mit ÖPNV-Anschluss erlaubt außerdem Besuchern, Patienten und Mitarbeitern das Flugfeldklinikum schnell und unkompliziert zu erreichen.

Insgesamt waren elf Standorte für das neue Klinikum untersucht worden. Darin eingeflossen waren Vorschläge aus einer Bürgerinformationsveranstaltung. Die Auswahl der Kriterien richtete sich nach den aktuellen Anforderungen an ein modernes Krankenhaus. So hat beispielsweise die Tatsache, dass Patienten dank der medizinischen Fortschritte immer öfter ambulant behandelt werden oder nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben, Einfluss auf die Relevanz der Kriterien.

Der Standort auf dem Flugfeld hat sich in der Untersuchung gegenüber den Alternativen durchgesetzt und in allen untersuchten Kategorien Lage, Erschließung und Grundstück überzeugt:

So ermöglicht die zentrale Lage eine wohnortnahe Versorgung für die Bewohner im Landkreis.

Inzwischen hat sich das Flugfeld unter anderem zum medizinischen Dienstleistungszentrum entwickelt. Die Ansiedlung des Flugfeldklinikums komplettiert das bestehende Gesundheitsangebot auf dem Flugfeld, wo sich Einrichtungen wie ein Senioren- und Pflegezentrum oder das Gesundheitszentrum Medicum etabliert haben.

Durch die Ansiedelung des Flugfeldklinikums in unmittelbarerer Nachbarschaft kann das bestehende Gesundheitsangebot komplettiert und die Fläche optimal genutzt werden, um dem wichtigen Versorgungsauftrag für die Region gerecht zu werden

Der Standort erfüllt auch alle Anforderungen der oft diskutierten Kriterien Luftqualität und Schall: Aus schalltechnischer Sicht ist der Standort grundsätzlich geeignet, um das geplante Flugfeldklinikum zu betreiben. Bei der Prüfung wurden verschiedene Lärmarten berücksichtigt (Verkehrslärm, da Autobahn, Bundesstraße und weitere Straßen innerhalb des Stadtteils zu hören sind, müssen zwar städtebaulich und planerisch Vorsorge getroffen bzw. für entsprechenden Schallschutz gesorgt werden, dies bereitet technisch jedoch keine größeren Schwierigkeiten). Wie überzeugende Lösungen für das Flugfeldklinikum aussehen, um Lärmemissionen und Lärmimmissionen entgegenzuwirken, haben die Ergebnisse des städtebaulichen Ideenwettbewerbs bereits gezeigt. Hinsichtlich der Luftqualität zeigte die Analyse, dass aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse zur lufthygienischen Belastungssituation sich keine Bedenken im Hinblick auf den Betrieb des geplanten Flugfeldklinikums ergeben, im Gegenteil, die Grenzwerte werden sogar unterschritten.

Die gute Erschließung (Anbindung an das Straßennetz und die direkte Nähe zum Bahnhof Böblingen) erlaubt außerdem Besuchern, Patienten und Mitarbeitern das Klinikum schnell und unkompliziert zu erreichen.

Durch die Lage nahe Autobahn und Bundesstraße ist das neue Klinikum für die Anfahrt mit dem Auto aus den verschiedenen Teilen des Landkreises ideal angebunden. Auch die Güterver- und -entsorgungstransporte und die besonders zeitkritische Erreichbarkeit für den Rettungswagen und den Hubschrauber können gewährleistet werden. Die Nähe zum Bahnhof Böblingen mit Anschlüssen an das regionale Zug- und S-Bahn-Netz und Busverbindungen zum Flugfeldklinikum ermöglichen außerdem eine unkomplizierte Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Grundstück bietet genug Platz um alle Funktionen des künftigen Klinikums an einem Standort zur Verfügung zu stellen

Mit einer Fläche von rund 50.000 m² ist das Areal ausreichend groß, um die 51.000 m² Nutzfläche des geplanten Klinikums unterzubringen. Dies wurde im städtebaulichen Ideenwettbewerb noch einmal bestätigt. Auch hinsichtlich der baurechtlichen Bedingungen und planerischen Vorgaben ist das Grundstück bestens für einen Klinikneubau geeignet.

Mit dem Baufeld 4-2 auf dem Flugfeld, das im Osten an das Grundstück des Flugfeldklinikums angrenzt, konnten sogar noch zusätzliche Flächen erworben werden. Hier werden in einem Hochhaus unter anderem die Verwaltung des KVSW und ein Parkhaus für Patienten und Besucher verortet. Die Auslagerung dieser und weiterer nicht-medizinischer Funktionen hat den Vorteil, dass noch mehr Spielraum für zukünftige medizinische Entwicklungen im Kerngebäude des Klinikums geschaffen wird.

Das ausführliche Gutachten von Juli 2013, das auch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, finden Sie als Download an diesen Artikel angehängt.

Weitere Informationen zum Standort Flugfeld finden Sie auch auf der Homepage des Zweckverband Flugfeld unter www.flugfeld.info.