Was wird das neue Flugfeldklinikum kosten?

Mit der weiterentwickelten Planung ist nun auch eine genauere Kostenschätzung im Vergleich zur Projektanalyse 2015 möglich.

Demnach werden für den Neubau rund 550 Mio. € benötigt. Im Vergleich zur Projektanalyse 2015 sind dies Zusatzkosten in Höhe von 100 Mio. €. Hiervon entfallen allein bis zu 70 Mio. € auf prognostizierte zusätzliche Baupreissteigerungen im Land. Landrat Roland Bernhard beobachtet diese Entwicklung auch bei anderen Bauvorhaben mit Sorge. Die enormen Entwicklungen der Baupreise betreffen, aufgrund des bundesweiten Baubooms, aktuell die gesamte Baubranche. Die Entwicklung der Baupreise wird voraussichtlich auch zu einer deutlichen Investitionssteigerung für die Baumaßnahmen an den Kliniken in Leonberg und Herrenberg führen. Hierüber wird der Planungs- und Bauausschuss im September dieses Jahres tagen.

Die verbleibenden planungsbedingten Zusatzkosten von derzeit rund 30 Mio. € entstehen u.a. durch erforderliche Zusatzmaßnahmen, welche die Weiterentwicklung und Detaillierung der Planung im Vergleich zur Projektanalyse 2015 mit sich bringen. So sind für den Neubau derzeit 400 zusätzliche Parkplätze für das Klinikum eingeplant. Darüber hinaus wird verstärkt in eine moderne Medizintechnik und die digitale Infrastruktur investiert, um auch in Zukunft mit den neuesten medizinischen Standards mithalten zu können. Die Vorplanung sieht außerdem vor, einige Flächen, wie z.B. für die Verwaltung und die Akademie für Gesundheitsberufe, auf das benachbarte Grundstück auszulagern. So wird noch mehr Fläche für zukünftige medizinische Entwicklungen im Hauptgebäude des Klinikums geschaffen.

Für die Finanzierung des Neubaus auf dem Flugfeld haben sich die Rahmenbedingungen verbessert. Mittlerweile wird aufgrund von Vergleichsprojekten eine erhöhte Förderquote des Landes Baden-Württemberg von nun 50 Prozent erwartet. Darüber hinaus sind die Darlehenszinsen deutlich niedriger und lassen sich lange in die Zukunft sichern. Mit diesen verbesserten Umständen können die in der Vorplanung entstandenen Zusatzkosten in der Finanzierung wieder aufgefangen werden.

Bleibt es bei diesen Kosten bis zur Inbetriebnahme 2024?

Da das Neubauprojekt Flugfeldklinikum von Beginn an mit der innovativen digitalen Planungsmethode des Building Information Modeling geplant wird, können Kosten, Termine und Qualitäten besser gesteuert werden. Die umfangreichen Planungs- und Controlling-Informationen reduzieren kostenintensive Korrekturplanungen. Und sie ermöglichen eine verlässlichere Prognose der Planungskosten.

Jedoch können weder Planer noch Bauherren auf die weitere Entwicklung der Baupreise Einfluss nehmen. In der ersten Kostenschätzung der Projektanalyse 2015 wurde bereits ein Puffer für Baupreissteigerungen eingeplant. Geschätzt wurden Baupreissteigerungen von 1,5 – 2 Prozent pro Jahr. Tatsächlich sind die Baupreise jedoch um rund 4 Prozent pro Jahr gestiegen. Das liegt deutlich über den Erwartungen der Experten. In der neuen Kostenschätzung der Vorplanung wird nun mit einer fortlaufend hohen Baupreisentwicklung von 4 Prozent pro Jahr kalkuliert. Der eingeplante Puffer von 36,5 Millionen Euro wurde darum um bis zu 70 Millionen Euro auf 106,5 Millionen Euro aufgestockt. Hier wird der Träger weiterhin die Entwicklung des Marktes im Blick behalten.

Mit dem Abschluss der Entwurfsplanung können Anfang 2019 die Kosten konkret berechnet werden. Diese Kostenberechnung wird zum Baubeschluss des Projektes vorliegen.

 

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